„(…) in der vergangenen Zeit hat es schon eine Serie von Gewalttätigkeiten von Polizisten gegeben. Am 1. Mai sind sie in Rostock brutal gegen Antifaschisten vorgegangen, um Neonazis den Marsch zu ermöglichen. Am 8. Mai ist im vorpommerschen Demmin ein Franzose von Polizeibeamten derart traktiert worden, daß er im Krankenhaus in künstliches Koma versetzt werden mußte. Zu all dem hat sich der Innenminister von Mecklenburg-Vorpommern, Lorenz Caffier (CDU), nicht geäußert. Insofern ist es heuchlerisch, wenn er jetzt so tut, als würde ihn das erschrecken: Nur weil der leitende Polizeibeamte als Privatmann so agiert hat, wie es die Polizei institutionell ständig macht.“ (Interview mit dem betroffenen SDAJ-Genossen aus der jungen Welt vom 31.05.2014)

Folgend die Pressemitteilung der SDAJ Schwerin:

Am 21.05.14 wurden, während eines Infostandes der Alternative für Deutschland (AfD), zwei Antifaschisten, darunter auch ein Mitglied der SDAJ, mit Reizgas angegriffen. Kurz vorher hatten die Jugendlichen Konfetti vor dem Infotisch verstreut um ihren Protest zum Ausdruck zu bringen und die rechte Propaganda nicht unwidersprochen zu lassen. Als sie im Begriff waren zu gehen, sprühte ein AfDler am Stand den beiden Antifaschisten unvermittelt Reizgas ins Gesicht. Sie wurden so massiv getroffen, dass der von der Polizei verständigte Rettungswagen die Jugendlichen ins Krankenhaus bringen musste. Dort wurden sie augenärztlich behandelt. Mittlerweile kam heraus, dass der Angreifer, Ulf-Theodor C., leitender Polizist aus Rostock ist.

Dieser Übergriff stellt keine Ausnahme dar, sondern steht vielmehr in einer Reihe mit der Polizeigewalt in Rostock am 1. Mai wo Polizisten mit Gewalt eine NPD Demo ermöglichten, oder am 8. Mai in Demmin wo ein Aktivist während des Protestest gegen ein Naziaufmarsch von Polizisten so schwer verletzt wurde, dass diese Person ins künstliche Koma versetzt werden musste. Es ist auch nicht der erste Angriff der AfD auf politisch Andersdenkende. Ulf-Theodor C., der nun zum Reizgas gegriffen hat, hat bereits vor einigen Wochen eigenhändig Protestplakate an sich genommen. Gegen den AfDler wird mittlerweile strafrechtlich ermittelt. Ob es auch zu einer Verurteilung kommt ist weiter fraglich. Gewalt von Polizisten, im Einsatz oder zivil, bleibt oft ohne Folgen für die Täter. Till B., Mitglied der SDAJ und Opfer des Reizgasangriffs, erklärt: „Unabhängig davon ob der Angriff gegen uns strafrechtliche Folgen haben wird, ist das Vorgehen bezeichnend für eine Partei die nach außen einen möglichst biederen Schein wahren will. Mit meinem Erscheinen kann die AfD also rechnen wenn sie sich nochmal in die Öffentlichkeit traut. Protest gegen die AfD ist ein wichtiger Teil des Kampfes gegen den gesellschaftlichen Rechtsruck – Jetzt erst recht!“

Als SDAJ verurteilen wir den Reizgas-Angriff aufs schärfste und wünschen den Betroffenen schnelle Genesung. Es zeigt sich wieder einmal, dass sich hinter dem scheinbar bürgerlichen Auftreten der AfD eine rechte Partei steckt, die nicht von Gewalt gegen den politischen Feind zurück schreckt. Der Erfolg der AfD bei der Europawahl ist auch vor diesem Hintergrund erschreckend. Eine Partei die gemeinsame Sache mit Faschisten macht, eine Partei die rassistische Ressentiments, Sexismus und Homophobie schürt, eine Partei die hochrangige Akademiker und Industrielle in ihren Reihen vereint und sich billigster sozialer Demagogie bedient ist sicher keine Alternative für uns, sie ist eine Alternative für die deutschen Banken und Konzerne. Wir rufen weiterhin dazu auf sich Faschisten, Ausbeutern und Demagogen in den Weg zu stellen, die Propaganda der AfD zu entlarven und öffentliche Auftritte kreativ und effektiv zu stören.

Antifaschismus ist kein Verbrechen, sondern eine Pflicht!