Am Denkmal startete im Laufe der Rostocker Geschichte bereits so manche Demonstration, fanden Kundgebungen und andere Aktionen statt. Die Statue wurde 1970 eingeweiht und diente bereits zu DDR-Zeiten als Ort für Gedenkveranstaltungen, vor allem für die Novemberrevolution von 1918. Vergangenes Jahr am 1. Mai war sie Sammelpunkt für die antikapitalistische Demonstration und auch Hansafans nutzen für Aufkleber und Aktionen dieses Rostocker Wahrzeichen.

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Dies ist kein Zufall. Die Gedenkstätte revolutionärer Matrosen zeigt Albin Köbis und Max Reichpietsch. Albin nahm während des I. Weltkriegs Kontakt zu Besatzungen anderer deutscher Kriegsschiffe auf und bereitete so eine kollektive Befehlsverweigerung vor, um ein schnelles Kriegsende zu erzwingen. Dieser Aufstand begann auf einer Fahrt von Kiel nach Wilhelmshafen. Mit Max und anderen wurde ein Aktionsprogramm gegen den Krieg ausgearbeitet und umgesetzt. Dafür wurden sie im August 1917 zu Tode verurteilt und noch im September des selben Jahres hingerichtet.

Im Dezember 2013 hieß es von Seiten der Stadtverwaltung Rostock „Der Sockel hat Risse, durch die Wasser eindringt“ und der Oberbürgermeister entschied, das dies für 150.000€ behoben wird. Im Januar bestätigte der Hauptausschuss diese Entscheidung. Die Baufälligkeit war allerdings schon seit 2012 aktenkundig. Die Kommunale Objektbewirtschaftung und -entwicklung (KOE) hatte ein entsprechendes Gutachten eingereicht. Der Zerfall ist schon lange offensichtlich. Von einem beherzten Eingreifen des OB für eins der beliebtesten Wahrzeichen der Stadt kann also keine Rede sein.

Der in diesem Zusammenhang gegründete Matrosendenkmal e.V. möchte das Denkmal erhalten und ein Museum mit Café in den Räumen unter der Statue betreiben. Ähnliches war zu DDR-Zeiten Selbstverständlichkeit. Eine Ausstellung im Innern thematisierte die Ereignisse und klärte die Bevölkerung bereits im Schulalter über die deutsche Geschichte auf.

Heute ist kaum bekannt, dass sich unter der Statue Räumlichkeiten befinden. Seit dem Ende der DDR verfällt mit den sozialen Errungenschaften auch das entsprechende Kulturgut. Die Räume sind leer, unzugänglich und in einem katastrophalen Zustand, Wasser dringt ein. Ebenso marode ist das Außengelände. Für die Instandhaltung des Matrosendenkmals wurde seit „der Wende“ nichts getan! Das momentane Flickwerk sichert nicht den dauerhaften Erhalt.

Um auf diesen Missstand aufmerksam zu machen, brachten wir am Abend des 13. Junis ein Transparent mit der Aufschrift „Unser Matrosendenkmal bleibt – Rostock liebt es!“ und weitere Losungen an. Wir wollen mit dieser Aktion ein Zeichen setzen, dass es um mehr geht, als den Erhalt von Stadtdekoration.

Die Statue der zwei Matrosen ist in vielerlei Hinsicht Teil der Rostocker Geschichte geworden. Wir fordern vom Oberbürgermeister die sofortige volle Instandsetzung von Denkmal, den dazugehörigen Räumen und dem Gelände ringsum, zu veranlassen. Die Räume sollen für Rostocker und Touristen zugänglich sein und an die Geschichte erinnern.
Die Rostocker Bevölkerung liebt es, zu Recht! Es steht für Rostocks Kultur und Geschichte.

Das Matrosendenkmal muss erhalten und belebt werden!

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